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Schreckhaftigkeit von 0 auf 100

Dieses Thema im Forum "Medizin" wurde erstellt von Toby0407, 4. Mai 2017.

  1. Toby0407
    Offline

    Toby0407 Stallbursche

    Huhu,
    ich hoffe, hier hat evt jemand Erfahrungen damit.
    Folgende Situation:
    Pferd: 9J, Vollblüter, Wallach
    Mein Zwerg war längere Zeit verletzungsbedingt außer Gefecht gesetzt und stand deshalb fast 2 Jahre 24Std(im Winter nur über Tag) auf der Koppel. Als er lahmfrei ging, durften wir wieder antrainieren. Dafür, dass er so lange nichts getan hat, war er immer super brav. (Er neigt zum Steigen, buckeln).
    So, vor ca 8/9 Wochen verletzte er sich auf der Koppel dann die Sehne(nur leicht, ist jetzt auch wieder ausgeheilt - ging schneller, als gedacht), sodass er wieder nur auf der Koppel stand, nachts Box und wir gingen täglich spazieren. Seit 4 Wochen wurde er plötzlich schreckhaft, erschreckt von vorher normalen Dingen wie wehenden Bäumen, Planen etc. Ich dachte mir da eigentlich nichts bei, weil er ja doch länger nichts gemacht hat und er auf den Feldern(dort sind wir wegen der Sehne spazieren gegangen) sowieso schwieriger ist. Also holte ich ihm Magnesium, was nur eine minimale Besserung brachte. Er lief an manchen Tagen brav oder glotze nur in der Gegend rum, aber lief. An anderen dann wieder zur Seite springen, nach vorne weg hüpfen,..
    Seit dieser Woche sieht er aber Monster. Er erschrickt, macht einen Satz zur Seite oder schießt/hüpft nach vorne OHNE, dass etwas raschelt oder ich an der Umgebung etwas anderes feststellen kann.
    Seit 2 Wochen dürfen wir wieder Schritt reiten, er glotzt viel aber war eben auch bis zu dieser Woche noch alles "okay".
    Seit dieser Woche wirkt er auch beim Reiten innerlich nervös. Er macht seeehr viel am Gebiss rum, sodass man das Metall hört, glotzt viel und hüpft eben zur Seite, ist einfach kaum konzentriert(quasi immer auf halb 8 und dort oben da muss ich hingucken, da ist etwas und das obwohl weder etwas raschelt noch sonst etwas anders ist) und manchmal tippelt er dann auch im Schritt.
    Gestern zum Beispiel hab ich mit ihm auf dem Platz Handarbeit gemacht, alles im Schritt. Er war auch immer wieder unkonzentriert und glotzte immer wieder in die "Büsche"/Bäume(unser Platz ist eher im Wald gelegen und eben von Bäumchen umgeben) und wollte auch immer wieder an mir vorbeihüpfen. Soweit aber noch okay. Als wir dann den Platz verließen erschrack er - es gab keinen ersichtlichen Grund, kein Wind, kein rascheln, kein Tier, kein nichts - und er hüpfte an mir vorbei, bin dann einfach normal weitergelaufen auf einmal bekam er eine Panikattacke - auf dem Weg (ca 2m breit) sind rechts Bäume und links liegen an der einen Stelle Dachplatten (an dieser Stelle waren wir) - er hüpfte panisch auf der Stelle, Beine quasi weggestreckt vom Körper und zuckte immer wieder und hüpfte einen halben Meter weiter oder hüpfte nur hoch und kam auf der selben Stelle wieder auf - auch hier beruhigt und weitergelaufen.
    Ich weiß nicht, was mit ihm los ist, ich kenne ihn so nicht.
    Vielleicht hat ja jemand ähnliches erlebt.
    Danke schonmal :)
     
  2. Farbklecks2016
    Offline

    Farbklecks2016 Amateur

    Hallo Toby, ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Pferde sich durch Krankheit und auch durch die dadurch entstehenden Ruhezeiten verändern. Sein Verhalten, welches du beschreibst, klingt ja wirklich sehr nach Unruhe und Nervosität. Ich denke, hier kann neben Gewöhnung (Beschäftigung, Bodenarbeit, Vertrauensübungen, Desensibilisierung etc.) auch ein Zusatz im Futter helfen. Bachblüten usw.
    Es gibt auch spezielle Futtermittel, die darauf abzielen. Das wäre -langfristig- vielleicht zumindest eine Unterstützung.

    Stichwort Ursachenforschung - vielleicht ist es aber auch etwas, was du momentan (noch) nicht siehst/ sehen kannst? Irgendeine Veränderung, sei es in der Umgebung, oder an dir, ein anderer Ablauf, irgendwas...

    Meine Goldnase war auch immer sehr nervös, schreckhaft und unsicher. Und das verstärkte sich, als er krank wurde. Gleichwohl war er stets artig und hat alles gemacht, was von ihm verlangt wurde (allein auf den Hänger gehen, über eine Plane,...). Er war so sehr bemüht, alles für mich zu machen, obwohl er Angst hatte. Mir persönlich half es, mir eine Westerntrainerin zur Seite zu nehmen die ihn vorsichtig, mit viel Geduld und viel Verständnis für seinen Charakter, ein wenig "schussfester" machte.
    Wie gesagt, als er krank wurde, wurde er auch unsicherer. Er konnte sich nicht mehr so bewegen wie er wollte, und diese Einschränkung hat dem Fluchttier Pferd sicherlich manchmal Sorgen bereitet. Ihm half auch ein Kumpel, Haflinger, unerschrocken, sein Alter. Mit dem an seiner Seite, fühlte er sich sehr sehr sicher.

    Vielleicht kann dir all das zumindest ein paar Ideen bescheren. Liebe Grüße
     
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  3. Toby0407
    Offline

    Toby0407 Stallbursche

    Vielen Dank schonmal :)

    Magnesium bekommt er, aber hilft nicht.
    Er ist sehr häufig "krank" und das Verhalten ist bisher nicht passiert..
    Wir waren die letzte Woche eigentlich nur auf dem Platz und auch hier keine Verhaltensänderung zum Besseren, sondern eher zum Schlechteren(Verhalten gestern).
    Wenn ich mit ihm "Schrecktraining" mache, guckt er kurz oder zuckt und dann "ah ja, ist ja nicht schlimm" ..
    Auch Ausritten mit einer unerschrockenen Ponydame bringen keine Veränderung.
    Bin echt ratlos.
     
  4. Sanny82
    Offline

    Sanny82 ...außer Konkurrenz Moderator

    Ich würde da auch auf zuviel überschüssige Energie tippen ggf. Er darf nun endlich wieder und hat natürlich jetzt im Frühling auch noch vielleicht Frühlingsgefühle dazu. ;)

    Unser eines Pferd war auch innerlich total angespannt und konnte nicht entspannen beim arbeiten, aufgrund schlechter Erfahrungen bei Vorbesitzern. Er hat dann von St.Hippolyt die Anti-Stress Pellets bekommen. Die haben ihm sehr geholfen endlich runterfahren zu können und dies blieb dann auch so.
    Mittlerweile gibt es das nur noch zwischendurch wenn er so Phasen hat oder aber lange nichts getan hat. Und an Silvester. ;) Da bekommen es aber alle und es hilft allen sehr gut. Ich gebe es dann immer schon 3-4 Tage vorher und noch 1-2 Tage nach Silvester weiter.

    Magnesium alleine hab ich auch schon ausprobiert und konnte keine Wirkung feststellen.
     
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  5. Toby0407
    Offline

    Toby0407 Stallbursche

    Ok. Das mit der Arbeit klingt zwar doch logisch, aber dann dürfte er ja nur hippelig/aufgedreht, aber nicht schreckhaft sein, oder?
     
  6. Peru
    Offline

    Peru Reitgott

    Meine war nach über 3 Monaten Box und ja davor auch schon gut lange stehen auch erst mal ziemlich schreckhaft.
    Da war jeder schiefe Grashalm erst mal n Grund in die Luft zu gehen.
    Also ich würde da erst mal drüber wegsehen und dann sieht man schon, wie er dauerhaft in Arbeit ist.

    Hat er denn zuletzt noch Medikamente bekommen? Dann wäre vielleicht ein Blutbild noch interessant.
     
  7. Toby0407
    Offline

    Toby0407 Stallbursche

    Er hatte keine Boxenhaft. Er steht nur nachts in der Box, also hat sich nichts geändert. Hatte ihn auch scjon Nächte draußen, kein Unterschied.

    Habe aktuelles Blutbild. Er hat einen Leberschaden, der behandelt wird.
     
  8. Peru
    Offline

    Peru Reitgott

    Meine stand dann ja auch schon wieder tagsüber am Paddock und trotzdem war sie schreckhaft. ;-)
    So lange bis sie wieder richtig in Arbeit war.
     
  9. Sanny82
    Offline

    Sanny82 ...außer Konkurrenz Moderator

    Ich denke nicht das er wirklich schreckhaft ist, sondern einfach Gründe/Möglichkeiten sucht um los zu legen. Weil er sich vielleicht freut das er endlich wieder was tun darf und/oder einfach zu viel Energie hat.
    Er hat ja nun nichts getan die ganze Zeit.
    Wenn meine ne Woche oder länger nichts getan haben, suchen sie auch Monster, und wenn sich nur der Grashalm falsch bewegt, um einfach mal loszuschießen mitm Satz.
     
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  10. henryjoecotton
    Offline

    henryjoecotton ...außer Konkurrenz Moderator

    ich schließe mich Peru und Sanny an. da kommt jetzt viel auf einmal und evtl. ist es einfach lebensfreude, die sich so ausdrückt.
     

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