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Hufform

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von Percymaus, 16. Juni 2017.

  1. Lucy
    Offline

    Lucy Fribi Fan

    Also ich bin wie gesagt kein Profi und mit nur den zwei Bildern ist es auch etwas schwerer für mich alles richtg einzuschätzen.
    Aber Mal so weit wie ich das jetzt anhand von den Bildern interpretiere. Vielleicht stimmen gewisse Dinge nicht, da es in Realität anders aussieht, als ich das auf dem Foto sehe. Um das genauer zu sagen, bräuchte ich mir Fotos (welche alle habe ich dir doch per PN mal geschrieben, oder?)
    (Und für alle die von Hufen etwas verstehen: Vielleicht verwende ich teilweise nicht die Fachwörter, aber ich denke, man versteht so - als Laie - fast besser was ich meine).

    Was ich dir hier nun erzähle ist die Natural Hoofcare Philosophie. Ich habe mein Wissen von einem Typen, der sich - mit seinen Pferden - erst durch die Strasser Methode durchgearbeitet hat, dann Birnath und noch einige weitere. Er bearbeitet seit bald 40 Jahre seine +- 10 Pferde immer schon selber. Vor einigen Jahren ist er auf NHC gestossen und er sagt, dass, was die sagen, ihm einleuchten, es die einzige Methode ist, bei dem alle seine Pferde gut laufen (sonst war es immer nur ein Teil der Pferde) und ihm die Gründe weshalb man was wie bearbeitet oder nicht, ihm einläuchten. (Anatomie etc. Er ist selber Tierarzt und versteht einige Zusammenhänge.)

    Die Zehe ist nun schon sehr viel kürzer. Länger würde ich die Zehe nicht wieder werden lassen. Ich würde sie aber gegen unten noch etwas abschägen. Sagt dir Mustangroll etwas? Ich würde die Wand vorne (Zehenbereich) im 60° Winkel bis zur weissen Linie hin abschrägen. Siehst du die Weisse Linie? Auf dem Bild kann ich sie erahnen und an gewissen stellen sehe ich sie auch. Da dein Pferd dunkle Hufe hat, muss du aufpassen. Als ich noch nicht viel von Hufen verstanden habe, dachte ich dass die weisse Linie weiss ist. Das ist sie aber nicht wirklich. Erst kommt die Wand. Die besteht aus einem dunklen und einem hellen/weissen Teil (weiter "innen") und dann kommt die Lamina Schicht (verbindet Wand und Knochen). Diese Schicht nennt man von der Unterseite her auch "weisse Linie" und ist so ein bischen sand-farben. Bei manchen Pferden auch schwarz, da sie etwas angegrifen ist oder manchmal hat es da auch eine Rille in die oftmals kleine Steine gehen. Dies ist der Falle wenn die Wand zu lange ist und es die Lamina Schicht verreist (zu groosser Abstand zwischen Hufwand und Knochen).

    Meiner Meinung nach, ist die Wand nicht zum Tragen! Das heisst das Pferd soll auf Sohle und Strahl laufen. Die Wand hält nur den Huf zusammen und schützt von aussen. Druck auf die Wand verbiegt den Huf (-> Knick / Schräger Huf entsteht, sowie Lamina zerreist -> Rille bei weisser Linie). Warum das genau so ist, erkläre ich dir - oder allen andern gerne - nur lass ich das jetzt erst einmal weg, weil auch so mein Bertrag schon genug lange wird, aber ich erkläre es auch gerne.
    Damit Sohle und Strahl mit dem Boden Kontakt haben, darf die Wand ("Trag"rand - ich mag das Wort nicht, da dieser Bereich ja NICHT zum Tragen da ist) aller höchstens 1-2 mm höher sein als die Sohle. Auf deinem Bild sieht es so aus als wäre das nun der Falle. Das heisst, Sohle und ev. auch Strahl haben Kontakt zum Boden (lege Mal eine Feile oder so quer über den Huf, was berührt und was nicht?).
    Unter dem Strahl ("sozusagen im Huf drin") ist das Strahlkissen. Das Strahlkissen absorbiert Stösse beim Aufsetzten des Hufes. Bei falscher Bearbeitung verkümmert das Strahlkissen jedoch respektive bildet sich gar nie richtig aus. Es kann also sein, dass bei deinem Pferd das Strahlkissen nicht ganz so gross ist. Um das zu beurteilen bräuchte ich mehr Fotos.
    Zudem hat das Pferd im Bereich des "Trag"rades/Wand fast keine Nervenzellen, im Bereich das Strahles jedoch sehr viele. Der Bereich des Strahlkissens/Strahl ist das Tastorgan des Pferdes (welches durch fehlenden Bodenkontakt nicht stimuliert wird oder oftmals verkümmert ist).

    Nun zu meiner Vermutung: Dein Pferd hat durch die langen Zehen und falsche Haltung immer Zehenlandungen gemacht. d.h. mit der Zehe zuerst aufgesetzt. (By the way: Bei Zehenladungne ist die Chancen zum Stolpern grössern - war das nicht dein Pferd, das plötzlich öfters stolperte?). Die das kürzen der Zehen ist es deim Pferd nun Möglich eine Trachtenlandung zu machen. D.h Mit Trachten/Ballen/Strahl aufzusetzen und abzurollen. Vermutlich hat der Hufschmied auch die Wand gekürzt, also kommt der Strahl/Wand nun an den Boden. Wenn dein Pferd nun eine Trachtenladung macht, dass hat es das viele Nervenzellen, die angeregt werden (im Gegensatz zu den Zehen, in denen es fast keine hat). Dein Pferd spürt nun beim Aufsetzten plötzlich etwas - was unter Umständen am Anfang ersteinmal sehr unangehem sein kann. Zusätzlich ist vielleicht das Strahlkissen nicht sehr stark ausgeprägt d.h. es dämpft den Schlag beim Abstellen des Hufes noch nicht so stark wie es könnte. Dein Pferd läuft also nochmals etwas schlechter. Fazit: Dein Pferd läuft nach einer guten Behandlung erstmal - von oberflächlich betrachtet - schlechter. Aber biomechanisch läuft dein Pferd viel besser. Und wenn ein Pferd biomechanisch richtig läuft, kommt der Rest mit der Zeit ganz automatisch.
    Biomechanisch richtig laufen = Trachtenlandung (im flachen und abwärts, aufwärts ist Zehenlandung okay, Trachtenlandung erwünscht)
    Zehenladnung ist biomechanisch falsch, im Prinzip schon eine Veränderung des nomalen Bewegungsablaufes. Dies ist wiederum die Definiton für eine Lahmheit. D.h. ein Pferd das eine Zehenfussung hat, "geht nicht lahm" (für unsere Sicht -> Schmerz), aber wenn man es ganz genau nimmt mit der Definiton eben schon, da der Bewegungsablauf biomechanisch falsch ist. Ein Pferd das Trachtenfussung hat und etwas komisch lauf, ist nicht lahm sondern nur fühlig.
    Ich nehem nun an deinem Pferd ist es nun Möglich durch die Bearbeitung eine Trachtenlandung zu machen, dass heisst, sie geht nun fühlig. Auf der Wede ist es weich, was sie nicht mehr fühlig sein lässt.
    Um zu sehen, ob dein Pferd eine Trachten oder Zehenlandung macht, müsstest du mal seitlich filmen, wenn jemand das Pferd im Schritt führt. Am besten mit Zeitluppe, aber auch normler Film geht und dann schauen ob die Zehe oder Ballen/Trachten/Strahl zuerst den Boden berührt. Kann unter umständen nicht bei allen Hufen gleich sein.

    Auch die Sohle ist vermutlich nicht besonders dick. Sie wird dicker durch Druck (=Kontakt zum Boden). Du kannst einmal Messen wie tief eine Strahlfurche vorne am Spitz der Sohle und hinten seitlich links und rechts ist. Am besten ein Eisstengel nehmen, mm Striche einzeichnen und rein halten.

    So das wurde jetzt eine sehr lange Erklärung... Ich hoffe sie ist halbwegs verständlich. Und bei Fragen einfach fragen.
    ;)

    Was ich an deiner Stelle tun würde - falls meine Vermutung richtig ist (könnte ich dir mit mehr Bildern und ev. Film genauer sagen):
    - Wand 1 x die Woche kürzen (Wie genau könnte ich dir noch erklären)
    - solange sie fühlig läuft Schuhe anziehen auf allen Untergründen, auf denen sie fühlig läuft. Mir hat mein NHC Hufpfleger z.b. die Krankenschuh von der Sattlerei Engel mit Filzeinlagen empfohlen, falls Pferd auch im Stall und nicht nur beim Reiten fühlig läuft.
    - Deinem Hufpfleger sagen, dass er am Strahl das nächste Mal nur so wenig wie möglich machen soll. (Nur schwarzes verfaultes Zeugs raus, Strahl sonst in Ruhe lassen). Gleiches gilt für Sohle.
    - Drauf achten, dass dein Pferd biomechanisch richtig läuft, dann kommt der Rest mit der Zeit auch, notfalls mit Schuhen nachhelfen, wenn Pferd am Anfang stark fühlig ist.
     
  2. Percymaus
    Offline

    Percymaus Turnierreiter

    @Lucy

    Danke für deinen Ausführlichen Bericht :) ich muss mir das am Wochenende noch mal genau durch lesen, da ich durch die ungewohnte Spätschicht leider im Moment bisschen Stress habe.
    Fühlig läuft sie auf Steinigem Boden übrigens schon immer, deswegen hatten wir im alten Stall mit viel Schotterböden auch Eisen drauf.

    @zauselsilke ohje, ich wusste auch gar nicht, dass es so viele verschiedene "Methoden" gibt :eek:
     
  3. inuksuk
    Offline

    inuksuk Turnierreiter

    Sorry, aber das kann ich so nicht stehen lassen, das hat nichts mit NHC zu tun und ist leider ein weit verbreiteter Glaube im Internet, dass das die NHC-Philosophie wäre ( - dem ist aber nicht so! die Wand, allen voran die innere Hufwand, erfüllt ebenso ihren Zweck)...und führt leider oft bei "Selbstrasplern" zu genau solchen Bildern wie bei Percymaus zu sehen:
    die Wand ist unter die Sohle geraspelt, so dass das Pferd im vorderen Bereich komplett auf der (viel zu dünnen) Sohle steht. Percymaus, du solltest schauen, dass dein Pferd auf weichem Boden stehen kann, sollte es nach wie vor lahmen, (ggf gepolsterte) Schuhe (oder Hufverband) anziehen um die Sohle zu schützen. Die Gefahr, gerade bei eh schon empfindlichen Pferden, einer Entzündung der Sohlenlederhaut besteht in so einem Fall immer.
     
    zauselsilke gefällt das.
  4. Lucy
    Offline

    Lucy Fribi Fan

    Mit meinem Post wollte ich, dass Percymaus sich genauer mit den Hufen ihres Pferdes auseinander setzt, nachdenkt, sich bei guten Quellen informiert (und da ich kein Profi bin, nicht bei mir) und falls möglich mit Hufpflegern diskutiert. Ich habe auch geschrieben, dass ich kein Profi bin und gewisse Dinge vielleicht etwas ungünstig formuliere. Ich habe bis anhin nur 1:1 mit Leuten über Hufe diskutiert und zudem auch erst ein Mal die Hufe per Fotos beurteilt (und da hatte ich mehr Bilder zur Verfügung).

    Also ich habe mich vielleicht ein wenig unglücklich ausgedrückt. Vielleicht wäre es besser gewesen hätte ich "Das Pferd soll hauptsächlich auf Sohle und Stahl laufen" geschrieben und noch hinzugefügt, dass wenn die innere Wand etwas MITträgt, das okay ist. Ich habe gelernt, dass man die Wand auf max. 1-2mm über der Sohle kürzt und dann abschrägt (Mustangroll). Die innere Wand hat dann natürlich teilweise auch noch Kontakt zum Boden. Dann falls nötig, aber so wenig wie möglich, mit dem Messer am Strahl machen. Am besten natürlich gar nichts... Aber mein Post war ja nicht dazu gedacht, dass Percymaus nun in den Stall geht und raspelt. Mein Post ist und war dazu da, dass sie die Hufe anschaut und mal schaut, steht ihr Pferd auf der Wand oder auf der Sohle/Strahl oder beides? Ich betraute für 3 Wochen wegen Abwesenheit der Besitzerin nun ein Pferd, dass komplett auf der Wand steht, kein Bodenkontakt mit Strahl und Sohle und für mich viel zu lange Zehen. Die Wände sind total verbogen, Huf schräg... Genau so wie es uns der Leiter des Kurses prophezeit hat, falls ein Pferd auf der Wand steht. Ich kann nur sagen, dass mein Pony sehr viel besser läuft, seit ich die Hufe alle 1-2 Woche selber etwas rasple und ein NHC Hufpfleger alle 8-12 Wochen vorbei kommt und sich das kurz anschaut und ev. kleine Korrekturen macht. Mein Pony läuft auf Sohle und Strahl, seitlich auch noch auf einem grossen Stück der inneren Wand, vorne bei der "Zehe" raspelt sie sich die innere Wand aber selber komplett weg.
     
  5. zauselsilke
    Offline

    zauselsilke Ponyzähmer

    Also ich kann inuksuk da nur zustimmen.
    Solange wie ich denken kann gab es an meinen Pferden niemanden der außen einen Tragrand stehen gelassen hat. Genauso wie immer eine "Zehenrichtung" angeraspelt wurde. Ich habe es natürlich zwischendurch genauso gemacht - hat man sich ja so erklären lassen.

    Heute frage ich mich ernsthaft:
    Warum heißt es wohl Tragrand?
    Warum muß man eine Zehenrichtung anraspeln? Sprich, wie machen das denn wohl wildlebende Pferde? Die dürften doch dann gar nicht mehr laufen können.....
    Warum schlurfte mein Großer bei dieser Hufbearbeitung über all diese Jahre immer hinten und lief sich die Zehe entsprechend weit und vorne gerade ab? Und z.T. vorne dasselbe Spiel.
    Warum stolperte er immer wieder?
    Warum mußte ich immer nach spätestens 3 Wochen die Zehe kürzen weil er sonst nur noch gestolpert wäre?
    Warum brach immer wieder etwas an der Wand aus, so daß ich wieder mit der Raspel dran mußte?
    Warum war er zuletzt auf harten Boden immer fühlig nachdem der Hufpfleger da war? Zum Ende der Bearbeitungsperiode wurd es dann wieder besser - eben bis zur nächsten Bearbeitung.
    Warum hatte er in den letzten Jahren immer mal wieder mit Strahlfäule zu kämpfen? Oder mit Trachtenzwang. Oder oder oder....
    Warum sind vor 2 Jahren bei beiden Pferden in den Vorderhufen plötzlich die Hufbeinträger aufgerissen mit den entsprechenden schmerzhaften und bis heute sichtbaren Folgen in der Hufbeschaffenheit (verbreiterte, aufgerissene Bläätchenschickt etc.)? Und nein, es war tatsächlich keine Hufrehe im Spiel obwohl das von allen Experten behauptet wurde - beide Pferde stehen nach wie vor ohne Probleme 24 Stunden auf Gras. Jetzt langsam ist bei beiden die Blättchenschicht wieder fast normal und heile und die Hufe haben wieder ihre ursprüngliche und vom Pferd vorgegebene Stellung.

    Und: warum habe ich diese ganzen obigen Probleme jetzt plötzlich nicht mehr seit ich eine offenbar zum Glück sehr fähige Huforthopädin dran habe?
    Klar, sie kommt in kürzeren Abständen - aber: es bricht fast nichts mehr aus. Der Große läuft sich die Zehen nicht mehr ab.
    Der Große stolpert kaum noch - und wenn dann ist es einfach seinem sehr flachen Gangwerk geschuldet (er ist einfach ein absoluter Energiesparer und hebt die Hufe nicht höher als er muß und findet dadurch entsprechend jede Bodenunebenheit, jede Stein, jede Baumwurzel etc.).
    Warum haben plötzlich beide Pferde wieder eine super schöne Sohlenwölbung und gute, breite, tragfähige Strahlbereiche?
    Warum haben beide plötzlich extrem dicke, tragende Wände wie ich sie wirklich noch nie bei ihnen gesehen habe?
    Und so weiter und so fort?
    Meine HO'in ist immer wieder begeistert, daß beide Pferde so tolle dicke Wände haben und die Kleine auch so super Eckstreben. Sowas sähe sie ganz selten. Beide Pferde hätten wirklich von Haus aus super gute Hufe und es sei schwer nachvollziehbar wie man solche Hufe so zerstören konnte.
    Tja, leider haben es die Hufbearbeiter der vergangenen Jahre/Jahrzehnte tats. geschafft diese Top Hufe komplett zu Grunde zu richten, was von Laien von außen nicht mal eben zu erkennen war. Ich habe meiner HO'in alte Bilder gezeigt und sie sagte, es sei kein Wunder, daß ich nichts bemerkt hätte. Von außen hätten die Hufe für jeden Laien wirklich gut ausgesehen.

    Interessant ist eben:
    daß die Hufe mittlerweile einen ganz anderen Winkel haben als die ganzen letzten Jahre. Und der Huf selbst zeigt deutlich, daß er sogar noch einen Tick steiler wachsen möchte. So wie sie jetzt sind passen sie auch wieder zu dem jeweiligen Pferd und zum Winkel mit der Fessel und so weiter.
    Beide Pferde laufen wieder anstandslos über Schotterwege und Asphalt - auch meine Stute, die laut TA- und Hufschmiedaussagen wohl vermutlich nie mehr ohne Hufschutz laufen würde. Und dabei sind ihre Hufe immer noch nicht 100%ig ok und sie läuft auch nach wie vor im Zehenbereich auf der Sohle weil die Wand dort ja komplett weggeraspelt worden war und durch die viel zu lange Zehe zunächst auch immer wieder große Teile wegbrachen - Selbsthilfe des Hufes sag ich nur. Trotzdem läuft sie schon seit langer Zeit so gut wie seit Jahren nicht mehr.
    Ich behaupte mal weil trotzdem jetzt der Huf wieder in seiner Funktion weitaus besser dasteht als vorher.

    Meines Wissens ist die Sohle per se nicht zum Tragen gemacht und geeignet.
    So wie ich das verstanden habe (jetzt mal ganz laienhaft formuliert) fußt das Pferd grds. auf dem Tragrand/der Außenwand und durch das Gewicht und die gesamte Hufbewegung an sich kommt dann natürlich auch die Sohle auf den Boden. Auch der Strahl muß Bodenkontakt haben, damit der ganze Hufmechanismus vernünftig funktioniert. Aber die Sohle sollte niemals alleine tragen.
    Warum sieht man wohl sonst beim beschlagenen Pferd nur das Eisen und den Strahl als Abdruck?
    Meine Pferde hinterlassen inzwischen auf Sand einen ähnlichen Abdruck wie ein beschlagenes Pferd. Mit dem einzigen Unterschied, daß sie eben keine tragen.

    Und genau das Problem sehe ich auch hier bei Percymaus' Pferd:
    Das arme Pferd läuft mind. im vorderen Bereich auf der Sohle und nichts federt hier den Druck ab.
    Und genauso war es bisher auch bei meiner Stute, die das letztlich insgesamt nur 3 - 4 Jahre weggesteckt hat bevor ihre Sohle so dünn war, daß sie fast nicht mehr laufen konnte (wohingegen mein Großer diese Bearbeitung über 10 Jahre überlebt hat und ihn dann erst der aufgerissene Hufbeinträger ausgebremst hat...).
     
  6. Lucy
    Offline

    Lucy Fribi Fan

    Ich habe eine ähnliche Geschichte hinter mir...

    Pony mit 1.5 Jahre lang nicht bearbeiteten Hufen übernommen. Hufpflegerin A. hatte ihre Arbeit nicht schlecht gemacht, Hufe wurden immer etwas besser, auch wenn wir noch mit Strahlfäule etc. zu kämpfen hatten. Aber gut, Hufe können nicht von einem Tag auf den andern plötzlich perfekt sein. Dann zog sie weg und die Odyssee begann. 5 Hufpfleger, die nach verschiedenen Methoden arbeiteten, habe es nicht fertig gebracht, die Huf halbwegs anständig hin zu kriegen. Die Hufe wurden von Monat zu Monat schlechter und irgendwann sahen sie so aus, wie zum Zeitpunkt, als ich sie übernommen habe (d.h. 1.5 Jahre unbearbeitet, obwohl der letzte Termin max. 4 Wochen her war). Wir hatten mit Strahlfäule, schlurfen, ausbrechen, verbreiterte & vertiefte weisse Line, Abszesse, stolpern, unerklärbar plötzlich lahm, Rille senkrecht vorne zum Zehn runter...
    Dann habe ich den Hufkurs gemacht und NHC kennengelernt. Wir haben auch die andern Methoden diskutiert und worin die Probleme - aus der Sicht des Leiters - bei den jeweiligen Methoden liegen. Und da ich diverse Hufpfleger und diverse Methoden schon durch hatte, konnte ich seine theoretischen Aussagen anhand den damaligen Hufen bestätigen. Seit ich die Hufe nun alle 2 Wochen so bearbeite wie er es sagt und er alle 10 Wochen zur Kontrolle kommt, verbessern sich die Hufe drastisch und werden schlagartig besser und die Probleme verschwinden alle.
    Der Leiter sagt über sich, dass er nach NHC Hufe bearbeitet (hat aber früher auch andere Methoden ausprobiert/erlernt). Und auch wenn auch seine Methode nicht mit der "normalen" NHC Methode übereinstimmen sollte - was inuksuk angetönt hat - ist mir das auch egal. Seine Bearbeitung stimmt für mein Pony.

    @Percymaus:
    Ich glaube die Diskussion hier zeigt dir, dass es verschiedene Methoden und Ansichten gibt. Versuche dich doch einfach am besten einmal möglichst breit zu Informieren, teste aus und schau, ob du eine Methode findest, die für dich und dein Pony passt. Ich für mich muss sagen, dass mir NHC - oder so wie der Leiter des Kurses NHC versteht - am meisten einleuchteten. Für mein Pony kann ich sagen, ist das die beste Methode. Für andere Pferde kann ich nicht sprechen, da ich nur ein Pferd habe. ;)
     
  7. Percymaus
    Offline

    Percymaus Turnierreiter

    Das haben wir jetzt davon. Der Tierarzt war heute eh da, weil ich mal wieder ein Blutbild wollte und der hat natürlich gleich gesehen dass Maja nicht läuft. Die Hufe gefallen ihm aber eigentlich schon. Jetzt heißt es 3 Tage Hufverband und vorsorglich Entzündungshemmer. Hoffe sie bricht sich damit nicht die Beine ;)

    20170629_111952.jpg
     
  8. zauselsilke
    Offline

    zauselsilke Ponyzähmer

    Ich muß blöd fragen: was sollen die Verbände bewirken?
    Ich würde da eher mit Wasser kühlen und Hufschuhe anziehen. Ich kann nur die Krankenschuhe RX von Cavallo empfehlen. Die von Engl haben bei Lilli leider nicht gehalten - da es natürlich zeitgleich auch anfing zu regnen.
     
  9. Percymaus
    Offline

    Percymaus Turnierreiter

    Die Hufschuhe brauchen aber auch paar Tage bis sie da sind, ich hab so was leider nicht da. Und das ist jetzt erst mal besser als nix, der hat das jetzt weich mit Watte gepolstert
     
  10. zauselsilke
    Offline

    zauselsilke Ponyzähmer

    Alles klar. Warten auf die Schuhe ist eine Erklärung. Danke Dir.:daumen
     

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