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Hüfthöckerfraktur, Arthrose und weitere Baustellen

Dieses Thema im Forum "Medizin" wurde erstellt von ChinChin, 14. Januar 2015.

  1. ChinChin
    Offline

    ChinChin Stallgassenkehrer

    Hallo ihr Lieben
    Ich bin neu hier und wende mich mit meinem Problem an das Forum, da ich gerne ein paar neutrale Meinungen hätte.
    Ich hoffe zu diesem komplexen Thema ein paar antworten zu bekommen.
    Es geht um folgendes. 8 jähriger Wallach, aus Military Sport (A/L Niveau gestartet) habe ich vor ca 1 Jahr gekauft.
    Ich muss sagen, er war da schon nicht sonderlich gut bemuskelt. Hab mir aber keine weiteren Gedanken gemacht, da es ohnehin Winter war.
    Pferd lief nachweisbar die 2 Jahre zuvor die beiden Turniersaisonen durch. Nach kauf ist mir dann aufgefallen dass Pferd hinten rechts
    Immer wieder kürzer tritt. Man musste genau hinsehen und man musste es wissen, sagen wir so. Es war da Frühling. Hatte dann eine
    Osteopathin da, weil mir unwohl wurde. Deutlich zu erkennen war dann auch, dass er hinten am Popo eine Delle hatte und leicht schief war.
    Okay, ich hab er röntgen lassen. Diagnose: verheilte Hüfthöckerfraktur, wahrscheinlich im fohlenalter. Vorbesitzer wusste anscheinend gaaar nix davon.
    Blabla. Glaub es ihr nicht und das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Hatte mich schon in das wunderbare Wesen verliebt. Toller braver Charakter,
    nie schreckhaft. Okay. Muskulatur hab ich auf Anraten des TA versucht zu stärken und aufzubauen, damit Wallach besser das Defizit kompensiert.
    Was für mich auch logisch klingt. Wir haben ein Laufband, Wallach war 4 Wochen in profiberitt, Equitop Myoplast gefüttert 8 Wochen, täglich Weide.
    Training nach Beritt und auch davor waren so 5-6 Tage. Abwechselnd mit longieren, Gelände (gemütlich Schritt und alle 3 Gangarten im Wechsel) 1-2 mal die Woche Reitstunde, jede zweite Woche 30 min Beritt und 1-2 mal Laufband 35 Minuten mit Steigung. Das verwunderliche es war immer noch keine muskuläre (oder wirklich nur kaum) Veränderungen vorlagen.
    Er ging bis ca Oktober auch ziemlich losgelassen. Dann im Oktober hat es sich schlagartig geändert, nur noch steif und mein sonst so williges Pferd wollte sich auf einer Hand noch nicht mal mehr an den Zügel reiten lasen, geschweige denn v/w a/w. Für mich ziemlich seltsam gewesen. Okay, Gebisse gewechselt, nicht verbessert. Dann hatte ich Verdachtshalber den
    Dentisten da. Zähen waren gut, ein paar einzelne minimale Haken. Diese hab ich natürlich entfernen lassen. Auch paar Tage nach der Behandlung kaum Verbesserzungen zu sehen was die steifheit anging.
    Dann hatte ich eine Chiropraktikern / Tierärztin aus einer Privatklinik zum Blockaden entfernen und Check up da. Blockaden wurden gelöst, aber er ging dann an diesem besagten tag und an den Tagen zuvor hinten vermehr unklar. Er hat sich laut TA eingelaufen nach 10 Minuten, aber auch dann war es immer noch deutlich erkennbar.
    Therapie war dann Entzündungshemmer und in nächster Zeit nur kontrolliert Schritt spazieren, grosser Zirkel longieren, Laufband ohne Steigung und Weide. Es gab tage da lief er super klar , gut und willig und dann wieder schleppend und das hintere Bein hinterher ziehend. Die behandelnde Ärztin, welche auch chirupraktisch behandelt hatte, stellte vorsichtig die Diagnose verletzungsbedingte Arthrose im Hüftbereich. Was eben bei dem Wetterumschwung sehr reagiert hat. Ist es wärmer läuft er gut, ist es klirrend kalt und nass, schlecht. Das waren eben meine Beobachtungen die ich geschildert hatte. Im Frühling wurde röntgologisch festgestellt, dass der rechte Hüfthöcker auch gar nicht mehr da ist (entfernt).
    Anscheinend ziemlich häufig (wusste ich gar nicht) und freizeittechnisch kann es ein Pferd kompensieren. Diese Thematik war komplett Neuland für mich.
    Jetzt wurde es aber von Tag zu Tag schlechter. Klar, Weidegang bei dem Dauerregen ist limitiert bis gar nicht, nur mein regelmässiges Schritt führen.
    Ich bin mit meinem Latein mehr als am Ende. Ich weiss langsam nicht mehr was ich noch tun soll. Es scheint eine sehr grosse Baustelle für doch noch sehr junges Pferd zu sein.
    Jeder sagt etwas anderes was die Vorgehensweise angeht. Vor allem inwieweit ist das Pferd schmerzfrei und willig zu gehen ? Die TA meinte er ist ein Kämpfer, aber er hat schmerzen. Andere meinten, man müsse noch mehr Muskel Aufbau betreiben für Kompensation. Den hab ich meiner Meinung betrieben, bis er lahm war. Ich kann ja wohl kaum ein lahmendes Pferd reiten, bei dem ich den Eindruck habe ihm ist unwohl. Da kann ich ja kaum 30 Minuten warten bis er sich einläuft? Jedenfalls wird es gerade immer schlechter. Wetter wird bei uns momentan auch von Tag zu Tag schlimmer. Dauerregen, nass kalt und dann wieder regen mit warmer Bisse.
    Morgen kommt nochmal der TA welcher mir im Frühling die Hüftfraktur geröntgt hat. Ich bin gespannt. Ich habe das Gefühl von TA zu TA zu rennen, von Equitop Myoplast über IWEST and so on zu gehen und einfach die Nadel im Heuhafen nicht finde.
    Vielen Dank an alle die sich diesen langen Beitrag durchgelesen haben und eventuell eine kleine Idee hätten.
    Ich bin momentan fast der Meinung ihm entzündungshemmend etwas zu spritzen und ihn dann 2-3 Monate nur auf die Koppel zu tun zur „Regeneration“ und dann schauen ob es hält. Sollte es nun wirklich Arthrose sein und er ernsthafte Schmerzen hat, die man nicht mit „der läuft sich schon ein“ weg kommentieren kann, muss ich mir ernsthaft Gedanken machen, über weg stellen und frühes Gnadenbrot oder erlösen. Es ist einfach irritierend alles. Ich gehe mal davon aus, dass er beim Kauf eventuell gespritzt war… (vorsichtige Behauptung).
    Ps. Gestern hab ich ihn fast nicht raus holen können. Wir waren zu zweit. (das kam zum ersten Mal vor)
     
  2. jerryli
    Offline

    jerryli Amateur

    Puh das ist verwirrend.

    Ein paar Fragen:

    1. Habe ich das richtig verstanden? Er hat keinen Hüfthöcker, wie kann das denn sein und warum ist dem TA vorher nicht aufgefallen? Was ist mit dem Hüfthöcker denn passiert? Heißt entfernt, dass er rausgenommen wurde?
    Dann würde ich mal die Vorbesi fragen was da passiert ist!

    2. Was sagen denn die TA, hat er nun Schmerzen oder nicht?

    3. Wenn er eine Arthrose haben sollte dann ist es ganz klar, dass er Schmerzen hat wenn er nur steht und ab und an mal Schritt geführt wird. Im Falle einer Arthrose erreicht man keine Besserung wenn man die Haltung nicht anpasst, man kann das Pferd nicht 15 Stunden am Tag rumführen.....

    Ich fürchte das hat alles nichts mit MiFu etc zu tun, da muss erstmal abgeklärt werden was genau ihm dort an der Fraktur fehlt, evtl in einer Klinik?
     
  3. ChinChin
    Offline

    ChinChin Stallgassenkehrer

    Danke für deine Teilnahme, Jerryli.
    Nein er hat keinen Hüfthöcker mehr auf der rechten Seite. Vorbesi wusste anscheinend gar nix davon blabla... Muss anscheinend laut Tierklinik auch im Fohlenalter passiert sein. Er ist in Polen gezogen und naja, via Transport wahrscheinlich nach Deutschland und nicht so unmittelbar nachzuvollziehen woher. Keine Ahnung was da noch Wahrheit ist oder nicht. Ich trau keinem mehr irgendwie :( weil das für mich so unglaubwürdig klingt. Jedenfalls ist er die beiden Saisonen durchgelaufen , nachweislich und naja muss irgendwie möglich gewesen sein. Ja genau wahrscheinlich operativ mal entfernt worden. Er ist nimmer da. Ganz deutlich auch auf dem Röntgenbild.
    TA sagt er kann es kompensieren. Aber eben sorry das ist für mich keine eindeutige Antwort.
    Ich bin durchaus gewillt Haltung umzustellen wieder auf 24h offenstall mit Weide. Momentan sind sie nur 4 h pro Tag draussen und dann in der Box, das ist nix.
     
  4. jerryli
    Offline

    jerryli Amateur

    Naja durch die extensive Nutzung die letzten 2 Jahre ohne Augenmerk auf seine Probleme sprich angepasste Gymnastizierung kann es ohne Hüfthöcker dort natürlich zu höherem Verschleiß und Arthrosen kommen.
    Kann ich mir zumindest vorstellen.
    Das würde die Schmerzen erklären, und auch die unstetigen Besserungen-Verschlechterungen.

    Ich denke man kann probieren die Haltung auf eine Arthrose soweit anzupassen, Fütterung zusätzlich und abwarten was passiert aber man muss immer damit rechnen dass es Tage/Wochen gibt wo er nicht geritten werden kann.

    Falls es denn die Arthrose dort sein sollte, aber ich bin auch kein TA.
     
  5. ChinChin
    Offline

    ChinChin Stallgassenkehrer

    Ja eben falls es eine sein sollte. Morgen kommt dann nochmal ein TA. Ich frag mich einfach wie er es denn diese 2 Jahre stand gehalten hat? Oder eben es sind jetzt die Spätfolgen davon. Mir bleibt nichts anderes übrig als nochmal zu röntgen und nochmal zu ultraschallisieren...
     
  6. ChinChin
    Offline

    ChinChin Stallgassenkehrer

    Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, es knackst in den Gelenken. Jeder Schritt, knackst und ist hörbar.
     
  7. inuksuk
    Offline

    inuksuk Turnierreiter

    Hallo ChinChin,
    klingt interessant! Hüfthöckerfrakturen kommen in der Tat häufiger vor als man denkt (aber da kann dir GilianCo sicher mehr zu schreiben als ich). Es ist auch nicht unüblich, dass sich an den Bruchstellen Arthrosen bilden. Ich habe noch nie gehört, dass dieser entfernt wurde - interessant.
    Ich denke auch, ich würde das erneute Röntgen und genauere Diagnose abwarten. Ich fahre für sowas lieber in die Klinik zu einem Spezialisten.
    Mir ist nun nicht ganz klar, was du mit dem Pferd vorhast? Ich denke, mit Physiotherapie und Geduld kann man ganz viel erreichen (ich z.B. würde so ein Pferd nicht mit Laufband, Longieren und Beritt bearbeiten, ich denke, das macht das Pferd nur noch mehr kaputt, sondern die Arbeit eher als eine Art Physiotherapie sehen und aufbauende Übungen mit ihm machen)...um aus dem Pferd einen tollen Freund und Freizeitpartner zu machen. Man kann sehr viel in die Richtung machen, dass Muskeln bestimmte Bereiche (hier die Hüfte) unterstützen so dass das Pferd keine Probleme mehr damit hat. Aber das fordert eben vorallem Zeit und Geduld. Ich glaube nicht, dass ich dem Pferd noch eine Form von Sport (und damit meine ich auch Beritt) antun würde.
    Aber das musst du entscheiden, was du mit dem Pferd vorhast.
    Ist das Pferd eingedeckt? Warmhalten der betroffenen Stellen kann manchmal schon ein bißchen Linderung bringen. Ich habe mit MSM zur Unterstützung sehr gute Erfahrungen gemacht (natürlich nur, wenn das Pferd nicht mehr mit Medikamenten versorgt wird). Ich finde 4h Bewegung für ein Pferd mit Problemen am Bewegungsapparat viel zu wenig, dadurch werden sie nur noch steifer; sie sollten die Möglichkeit haben sich so viel wie möglich frei bewegen zu können, aber das ist nur meine Meinung.
    Viele Grüße und alles Gute für dein Pferd!
     
  8. ChinChin
    Offline

    ChinChin Stallgassenkehrer

    Da hast du vollkommen recht, Inuksuk.
    Beritt und vermehrt versuchter Aufbau habe ich gemacht, bevor die Vermutung Arthrose im Raum stand. Die steht erst seit dem 14. dez im Raum. Und seit da gehts nur noch im Schritt... Dasselbe gilt für die 4h Weide. Das muss jetzt optimiert werden. Naja, erstmal brauche ich eine 100 % Diagnose. Ich eier da irgendwie von Diagnose zu Diagnose, weiss auch nicht. Als ich im Frühling 2014 röntgen war, kam das mit dem Hüfthöcker zur Sprache, aber nichts von Arthrose. Ich denke, wäre es da zusehen gewesen, hätte man mich darüber informiert ?!?!?
    Ja Pferd ist eingedeckt. Sogar mit Back on Track Winterdecke. Ich tudel und mach und irgendwie komm ich nicht weiter ;)
    Das sehe ich auch so. Sportlich ist da nichts mehr zu tun, mit so einer Diagnose. Freizeitmässig bisschen wald und Wiese und leichte Dressur, wenn Diagnose einigermassen tragbar ist. Und eben nur dann wenn er läuft. Aber das würde zumindest das taktrunreine an besonders kalten Tagen erklären.
     
  9. Indira
    Offline

    Indira ...außer Konkurrenz Moderator

    Hallo und herzlich Willkommen bei uns :)

    Ersteinmal möchte ich Dir sagen, dass ich es sehr vorbildlich finde, wie intensiv Du Dich mit diesem Thema auseinander setzt und alles versuchst, um dem Bub ein besseres Leben zu ermöglichen!

    Vielleicht kann Euch eine Bioresonanzanalyse noch ein klein wenig Klarheit über die Ursache geben?

    Sollte sich die Arthrose sicher bestätigen wäre ein Stallwechsel sicherlich ratsam!
    Zum Muskelaufbau kann ich Dir nur Equikinetic empfehlen! Hier kann man ganz langsam im Schritt anfangen (in der ersten Zeit nur wenige Minuten am Tag) und hierdurch schon sehr viel in relativ kurzer Zeit erreichen. Wenn Du nähere Informationen möchtest, kannst Du Dich gerne melden!

    Ich wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg!
     
  10. ChinChin
    Offline

    ChinChin Stallgassenkehrer

    Vielen DAnk für das "Kompliment". Man nenne es auch Kindsersatz, hihi.
    Ich googel gerade Equikinetic.
    Heute hatte ich den Termin mit der Tierklinik. Jetzt sieht die Sache schon wieder etwas anders aus. Ganz komisch. Also die Tierklinik hat heute nicht von Arthrose geredet. Muss genau geröntgt und ultraschallisiert werden, ehe das behauptet wird so sein Standpunkt.
    Ich habe in meinem ersten Beitrag etwas verwechselt. Der Hüfthöcker, welcher abgebrochen ist, wurde nicht entfernt. Ist da. Einfach verrutscht. TA glaub das Knochenstück ist einfach noch deulticher verrutscht, dass jetzt Kniescheibe und Bänder nicht mehr halten, weil keine Spannung möglich da der Knochen sonstwo unten sitzt. Er rechnet mit grossem Wundschwund. Müssen aber am Wochenede komplettes Pferd röntgen und dann weiss ich endlich was los ist. Mein Gott mir graut es soo vor der Rechnung. Wenn nman es operieren kann , vorrausgesetzt es ist so, dann greift meine Versicherung. Sollte es doch "nur" ne Arthrose sien kommt es erstmal drauf an wie stark ect....
    Es heisst abwarten und dann kann man endlich handeln.
     
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