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Fesselgelenksentzündung

Dieses Thema im Forum "Medizin" wurde erstellt von Rebecca, 8. Juni 2017.

  1. Rebecca
    Offline

    Rebecca Stallgassenkehrer

    Hallo zusammen,
    ich habe bereits zu diesem Thema gesucht, auch ein paar Texte gefunden, aber leider war es nicht so passend/ausführlich. Oder ich habe nicht richtig gesucht :sad:

    Meine Hafi-Stute (16 Jahre) lahmt seit einiger Zeit. Es fing damit an, dass sie nach einem intensiven Unterricht etwas steif ging. Ich tippte auf Muskelkater und bewegte sie locker. Dick war nichts und mit der Bewegung wurde es auch besser und drei Tage später war alles wieder gut. Eine Woche nach dem besagten Unterricht sind wir ein 2 Stunden Schritt-Ausritt mitgegangen. Die gute kennt leider Gelände nicht besonders gut. Sie war so mit gucken beschäftigt, dass sie einige Male stolperte. Den Tag danach habe ich sie nur geführt und etwas Bodenarbeit gemacht (zu der Zeit kamen die noch auf Paddocks von etwa 7:30 bis 16 Uhr, Bewegen konnte sie sich also, inzwischen stehen sie auf der Weide von etwa 7 Uhr bis 17 Uhr). Am zweiten Tag soll sie laut Stallbesitzer ganz steif aus der Box gekommen sein, sodass ich für den Tag danach gleich ein TA Termin gemacht habe. Verdacht auf Hufgeschwür und zwei Tage Anguss-Verband. Nichts. Der Schmied war ebenfalls da und konnte nichts finden. Dann hatte ich direkt die TA nochmal da. Sie vermutete dann eine Entzündung im Fesselgelenk und gab mir Metacam für 5 Tage. Zu dem Zeitpunkt lahmte sie "nur" im Trab. Im Schritt war "nur" direkt nach dem Aufstehen etwas zu sehen. Mit dem Metacam war es mal besser mal auch im Schritt zu sehen. Zwei Tage nachdem das Metacam leer war lief sie richtig schlecht. Sie mochte kaum auftreten. Das Gelenk war nach wie vor minimal geschwollen und ganz leicht wärmer. Sofort wieder den TA da gehabt. Seine Aussage: Hufrollenentzündung, muss geröngt werden, könne er aber nicht. Daraufhin habe ich auf Empfehlung einer Stallkollegin bei einem anderen TA mit mobilen Röntgengerät angerufen. Das war am Freitag und am Montag drauf kam er direkt. Seine Diagnose: Hufrolle ist voll in Ordnung, aber im Fesselgelenk sitzt eine Entzündung und oben auf dem Gleichbein ist eine kleine Verkalkung. Die Entzündung hat er dann mit der Beugeprobe noch einmal bestätigt. Daraufhin gab es ein Entzündungshemmer direkt in die Brust und für die nächsten Tage eine Gel zum eingeben (Phenylbutazon). Zusätzlich wurde Blut entnommen, das Plasma aufbereitet und drei Tage später direkt ins Gelenk gespritzt. Die Tage danach lief sie im Schritt deutlich besser, fast lahmfrei. Nach etwa fünf Tagen wurde es wieder schlechte und als die Medizin leer war wieder ganz schlimm, sodass sie kaum auftreten mochte. Ich hatte den TA dann nochmal da. Er sagte die Schwellung wäre zurück gegangen aber die Entzündung ist nach wie vor da. Daraufhin gab es wieder ein Entzündungshemmer gespritzt und Equiphen für die nächsten sechs Tage. Die ersten paar Tage lief sie wieder super im Schritt, dann fing sie wieder an zu lahmen und gestern war es wieder deutlich zu sehen. Gestern gab es auch das letzte Tütchen Equiphen. Nächsten Freitag kommt wieder der TA zur Kontrolle. Er meinte beim letzten Termin, wenn es dann noch nicht besser ist muss sie Kortison bekommen. Ich bin langsam ziemlich verzweifelt, weil ich das Gefühl habe es bringt so absolut gar nichts. Und wenn dann nur tageweise. Zusätzlich zu der TA-Medizin habe ich ihr noch Zusatzfutter gekauft Magnoflexal und Magnokollagen. Das bekommt sie seit etwa 2 1/2 Wochen. Allerdings noch nicht die Menge die der Hersteller empfiehlt, weil sie es recht schlecht frisst.
    Habt ihr Erfahrungen mit Fesselgelenksentzündungen und wie lange hat es bei euren Pferden gedauert, was haben die bekommen und was habt ihr unterstützend zur Abheilung gemacht?

    LG
    Rebecca
     
  2. GilianCo
    Offline

    GilianCo ...außer Konkurrenz

    Oh je, das ist ja alles in allem echt blöd...

    Also, den TA dazwischen könnte ich ja schonmal hauen, mit dem "Hufrolle, muß aber geröntgt werden". Solche Aussagen machen echt keinen Sinn. Aber gut, andere Geschichte.

    Letzten Endes hat ja der erste TA recht behalten. Was ihr da gemacht habt, ist quasi eine günstige Variante des IRAP Verfahrens (jedenfalls ähnelt es dem). Medikament beim zweiten TA ist ja dasselbe (zweimal Phenylbutazon). Das ist ein Wirkstoff mit der größtmöglichen Schmerzausschaltung, also mit Metacam beispielsweise kaum zu vergleichen. Daher verständlich, das sie damit erst mal besser läuft.

    Wobei ich einräumen muß, das die Variante, die der TA jetzt vorschlägt, auch eher meine erste gewesen wäre. Nicht, weil ich Kortison so toll finde, sondern weil man einfach die Entzündung aus dem Gelenk möglichst schnell heraus haben möchte. Gibt man da jetzt Kortison und Hyaloronsäure ins Gelenk (wird meinst in der Kombi genommen, weil das Kortison alleine zwar eine sehr gute entzündungshemmende Wirkung hat, Hyaloronsäure dafür für die Pufferung des Gelenks und die Knorpelernährung sorgt, die durch eine Entzündung meist gestört ist, was dann den Knorpel im Gelenk weiter schädigt, was dann wieder zu einer Verschlechterung des Gelenks führt) gespritzt, dann wird es auch noch einige Tage dauern, bis das Pferd wieder gut läuft, ich habe aber die Erfahrung gemacht, das das durchaus sehr wirksam ist, und damit sehr sinnvoll.

    Wenn die Gelenkspunktion erfolgt ist (also, Kortison ins Gelenk), und Du nach rund 10 Tagen noch mehr tun möchtest, kann ich die Blutegeltherapie nur empfehlen. Für Deine aktuell vorliegende Lahmheit werden die Blutegel vermutlich nicht genug ausrichten können, aber wenn die Lahmheit wieder geringer ist, kann das durchaus das Zünglein an der Waage sein. Ich behandele mein Pferd seit Jahren mit Blutegeln im Bereich seiner Gelenksarthrose (ist bei ihm allerdings Hufgelenk).

    Fesselgelenk ist einfach doof, weil das recht viel Bewegung hat, und damit das ruhig stellen und die Schonung des Gelenks für die Zeit, bis die Entzündung da raus ist, eben schwieriger ist, als beispielsweise an Hufgelenk oder Krongelenk.
     
  3. Rebecca
    Offline

    Rebecca Stallgassenkehrer

    Hallo GilianCo,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ist es denn auch normal, dass Phenylbutazon nur die ersten Tage gut wirkt? Bei beiden (Gel und Pulver) lief sie die ersten Tage fast normal (ok, ist ja auch ein Schmerzmittel) aber so ab Tag vier, obwohl sie das Medikament noch bekam, wurde es wieder schlechter. das wundert mich. ich hätte erwartet, dass es, wenn, erst nach Ende der Medikamentengabe wieder schlechter wird :-(. Gestern war Tag zwei nach dem letzten Tütchen und sie lahmt weiter im Schritt. Einerseits hat sie Lust sich zu bewegen. Sie starten meistens mit flottem Schritt und nach einiger Zeit bleibt sie dann auch stehen um zu entlasten. Ich bin dann immer hin und her gerissen. Laut TA soll ich sie Schritt führen, damit sie möglichst viel Bewegung hat (zusätzlich zur Weide), aber wenn ich das dann so sehe, bin ich mir nicht sicher, ob das gerade so gut ist. Ich hatte auch schon überlegt, ihr Fesselkopfgamaschen zu holen, einfach um das Gelenk zu stützen (und auch die gesunde Seite etwas zu entlasten). Und das Zusatzfutter löse ich auch schon in etwas Flüssigkeit auf und gebe ihr das direkt ins Maul, weil sie es sonst leider nicht frisst. Zum Glück ist sie dabei super lieb, auch wenn sie es sehr ekelig findet. Der Tierarzt sagte, beim letzten Termin (letzte Woche Donnerstag) ich solle noch Geduld haben, es ist halt regenerative Medizin. Aber inzwischen sind es ja schon ein paar Wochen, und wie du schon sagst, man möchte doch die Entzündung so schnell wie möglich aus dem Gelenk haben...:-/Nächsten Freitag kommt er wieder zur Kontrolle. Immerhin ist die Kleine von ihrer Art her schon wieder fast normal (frech und verfressen, und die Nachbarin wird auch wieder angegiftet :-D)
     
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Forum Titel Datum
Medizin Fesselgelenksentzündung 19. Februar 2010

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