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Fachthema: Hufe, Hufkrankheiten, Hufprobleme

Dieses Thema im Forum "Medizin" wurde erstellt von Jeska, 16. August 2010.

  1. Jeska
    Offline

    Jeska ...außer Konkurrenz Moderator

    So liebe Hottelinos....

    Ich habe die ehrenvolle Aufgabe an dieser Stelle das neue Fachthema zu eröffnene. Diese Woche geht es um

    Hufe, Hufkrankheiten, Hufprobleme

    und alles, was dazu gehört.

    Der Pferdehuf gehört für viele ganz selbstverständlich zum Pferd dazu. Seine wichtigen Aufgaben rücken dabei oft in den Hintergrund.
    Dass ein gesunder Pferdehuf zu einem gesunden Pferdeleben gehört, wird schon durch seine Entwicklung der letzten Millionen Jahre deutlich.

    Wie wichtig ein gesunder Pferdehuf ist, wurde mir im letzten Jahr mehr als bewusst.
    Ich kaufte mein Pferd vor 7 Jahren mit einer Fehlstellung. Sie konnte problemlos mit den anderen Pferden mithalten und war reitbar (sie hatte sich einfach an das schiefe laufen gewöhnt, was natürlich nicht heißt, dass es gesund ist). Mein damaliger Hufschmied meines Vertrauens versicherte mir immer wieder, dass er die Fehlstellung im Griff habe und es mit der Zeit besser würde. ich glaubte ihm, einfach, weil er der Experte war und nicht ich. Letztes Jahr im April fing dann die Lahmerei an. Die TÄ stellte einen Sehnenschaden aufgrund der Fehlstellung fest.
    Ich legte die Bearbeitung der Hufe in die Hände einer Huforthopädin, welche zu allererst die Eisen abnahm. Zunächst funktionierte dieser Weg auch, aber dann wurde klar, dass ein schmerzfreies laufen momentan nur durch einen orthopädischen Rehebschlag möglich ist.
    Welche Folgen die Fehlstellung wirklich hat, wurde anhand von Röntgenbildern deutlich. Der Knochenbau hat sich stark verändert, die Muskeln sind durch das jahrelange schiefe laufen verhärtet, sie ist verspannt und die Sehnen sind überreizt. Ein Teufelskreis, weil es viele Baustellen sind. Mein Pferd steht nun seit 1 1/2 Jahren auf der Wiese rum, wir haben immer wieder Höhen und Tiefen, viel Freud und viel Leid.
    Ich habe mich damit abgefunden, mein primäres Ziel ist es nicht, sie wieder reitbar zu machen, sondern ihr noch ein paar schmerzfreie Jahre auf der Wiese schenken zu können. Und das alles wegen einer Fehlstellung der Hufe, die lange Zeit nicht richtig ernst genommen und falsch bearbeitet wurde. Weil den falschen Leuten vertraut und meine Ahnungslosigkeit ausgenutzt wurde. Heute weiß ich, dass ich keine Aussage eines Schmiedes, eines Tierarztes etc nicht mehr einfach hinnehme und dem glaube, sondern dass ich hinterfrage und mich selbst informiere. Wir sind keine Experten, aber wir dürfen nicht einfach alles hinnehmen, denn nicht jeder, der sich als ein solcher ausgibt, ist auch einer.

    Das war nun meine Geschichte zu diesem Thema. Was sind eure? Haben sich die Hufe eurer Pferde durch irgendwelche Krankheiten stark verändert? Wie seid ihr damit umgegangen? Welche Bearbeitungsmethoden habt ihr gewählt?
     
  2. Black Sam Bellamy
    Offline

    Black Sam Bellamy ...außer Konkurrenz

    Ich darf jetzt mit meinem Neuzugang erstmal den Start zum Barhuf wagen... nur ob das funktioniert? Auf unterschiedlichen Untergründen (teilweise sogar auf der Weide wenns zum Tor geht) geht er so extrem fühlig, dass man ihn für platt auf den vorderhufen halten könnte.

    Dienstag kommt der Schmied und bringt das hoffentlich wieder ordentlich hin, dass er nicht mehr so empfindlich ist, das ist schon extrem.
     
  3. Sternenhof
    Offline

    Sternenhof ...bald im Olymp

    Mein erstes Pferd war die ersten 5 Jahre beschlagen, weil ich dem Schmied geglaubt habe, dass das unbedingt sein muss. Zudem war ich damals noch recht jung und es war für mich normal, weil alle Pferde im Stall beschlagen waren. Nachdem sie aber immer öfter Eisen verloren hat hab ich dann auf eigene Faust umgestellt auf barhuf.
    Seitdem laufen alle meine Pferde nur noch barhuf und es gibt keinerlei Probleme, auch nicht auf unterschiedlichsten Böden. Einige sind etwas fühlig, andere nicht, aber klar kommen damit alle.
    Durch den natürlichen Abrieb brauchen wir auch sehr selten den Schmied, wenn er 3x im Jahr kommt ist das völlig okay. einige brauchen ihn auch noch weniger. Die Pferde haben alle gesunde Hufe und wir hatten bis auf manchmal ganz leichte Strahlfäule-Attacken glücklicherweise noch nie irgendwelche Probleme oder Krankheiten!
    Auch von meinen dazugekauften Pferden die bis dahin teils beschlagen waren, kamen immer sofort die Eisen ab und es ging immer gut!
     
  4. Shalli
    Offline

    Shalli ...außer Konkurrenz

    Auch wieder ein Thema, bei dem ich mit Strolch echt Glück hatte.
    Als ich ihn bekommen habe lief er bis dato sein ganzes Leben barhuf. Leider hatten wir dann Probleme mit Strahlfäule, aber ein Schmiedwechsel und die Sache war relativ schnell gegessen.
    Und seit fast zwei Jahren wird Strolch Beschlagen, wegen unserer grottigen Böden.

    Ich selber bin sher pingelig was die Hufe meines Pferdes angeht. Lieber einmal zuviel ausgekratzt und angeschaut als einmal zu wenig.
    Ich zahle auch recht viel für meinen Schmied, aber er ist jeden Cent wert.
     
  5. Soraja
    Offline

    Soraja ...bald im Olymp

    Hallo!

    Da ich nur RB bin und vorher nie wirklich was damit zu tun hatte und mich auch nie wirklich damit beschäftigt habe (was ich aus jetziger Sicht mal hätte tun sollen) wusste ich nie viel zu dem Thema und habe es so geglaubt wie die Besitzer es sagten.

    Dort wo ich jetzt als RB bin lerne ich sehr viel, da der Besitzer alle 6 eigenen Tiere selber beschlägt. Die Pferde und Maultiere werden alle nur mit Duplo´s beschlagen. Die 3 Pferde laufen immer mit Duplo´s, ohne ist denen die Eifel hier zu steinig. Die Maultiere können auch mal eine Zeit lang Barhuf laufen, je nach dem wie viel geritten wird. Besonders das Maultier Ninjo läuft ca. die Hälfte von einem Jahr Barhuf, aber er hat auch sehr harte Hufe. Die Maultiere bekommen aber auch wieder was drunter, bevor sie Auahufe haben. Man sieht ja beim drunter schauen wie viel noch in etwa drunter ist und man merkt ja wie sie beim reiten so laufen.

    Das einzige was Problematisch bei uns ist, ist der Winter. Denn das Nasse vertragen die Mulihufe nicht so ganz gut. Da hat der Ninjo schon mal Probleme, da müssen wir immer aufpassen. Er bekommt dann an der weißen Linie immer so Löcher. Die Pinseln wir dann mit dem THM – HufStabil ein und dann gehen die dann auch gut wieder weg.

    So denke habe fürs erste mal genug geschrieben.

    Gruß Soraja
     
  6. Sanny82
    Offline

    Sanny82 ...außer Konkurrenz Moderator

    Ich hab meinen Großen auch beschlagen.
    Er paddelt vorn einfach zu sehr. Und bevor die Hufe runter sind soll er lieber die Eisen durchlaufen. :)
    Ansonsten hatte ich auch bisher Glück. Er is sehr unanfällig an den Hufen. Hatte bisher einmal nen Hufgeschwür in 9 Jahren. *schnell auf Holz klop*
    Hier sind die Böden leider auch grottig. So das ich überlege Rolex jetzt auch 4 Eisen zu verpassen, da die Hinterhufe schrecklich aussehen. Im Winter soll er ohne Eisen laufen. Klappte letztes Jahr das erste mal seit 5 Jahren wieder. Und war bei dem Winter echt super. Mit Eisen wäre es ja nen Desaster geworden. :(

    Bei meinem Kleinen, der geht barhuf. Hat auch sehr gute Hufe, aber leider Bockhufe vorn. :( Das versuchen wir in den Griff zu kriegen das es ncih schlimmer wird. Ist bisher auch gelungen.
     
  7. Tinchen
    Offline

    Tinchen ...außer Konkurrenz

    Ich habe mein Pony mit absolut fehlbearbeiteten Hufen gekauft. Er stand quasi auf der Innenwand seiner Hinterhufe. Ich musste mich also von Anfang an sehr mit dem Thema Hufbearbeitung auseinandersetzen. Ich bin für mich zu der Überzeugung gelagt, dass Barhuf der beste Weg ist um ein Pferd ein leben lang mit gesunden Beinen zu behalten.
    Beschlagsintervalle von 8 oder 10 Wochen sind in meinen Augen viel zu lange. Wenn die Eisen nach so einer Zeit wieder runter kommen, wird das ganze nachgewachsene Horn weggenommen und die komplette Hufstellung verändert. So eine heftige Umstellung muss ja jedesmal ordentlich auf die Gelenke gehen.
    Und bei Problemhufen sind solche Intervalle auch viel zu lang.

    Ich sehe ein, dass nicht jedes Pferd barhuf laufen kann, vorallem nicht auf allen Böden. Aber dann wären meine erste Wahl Hufschuhe und die zweite Kunststoffbeschläge mit kurzem Beschlagsintervall.

    Wie wichtig der gesunde Huf und vorallem die richtige Hufstellung für den ganzen Bewegungsapparath des Pferdes ist, wird meiner Erfahrung nach sehr oft unterschätzt. Auch TA haben da oft erschreckend wenig Ahnung.
    Schon geringe Unterschiede in der Stellung der beiden Vorderhufe können zu einer enormen Schiefe des ganzen Pferdes führen. Das kann sich dann in Rittigkeitsproblemen, Verschleißerscheinungen durch ungleiche Belastung oder unpassende Sättel äußern.
    Wenn ich durch Reitställe gehe bin ich jedesmal von neuem darüber entsetzt wie schlecht die meißten Pferde stehen.
     
  8. Paulchen
    Offline

    Paulchen Admine & Chef de Nickes Administrator

    Nicky hatte noch nie Probleme mit den Hufen, auch Strahlfäule ist normal kein Problem. Er ging im Stall immer barhuf aber hier bei uns zu Hause sind dafür zuviele Teer- und Schotterwege, so dass er beschlagen ist.
     
  9. GilianCo
    Offline

    GilianCo ...außer Konkurrenz

    Da klink ich mich doch mal direkt ein:

    Mein Pferd hat vorne eine Fehlstellung (steht leicht zeheneng) und hatte dadurch schon einiges an Problemen. Ich habe nach zwei Jahren einen sehr guten Schmied gefunden, der mir das Pferd auch nach seiner langen Lahmheit wieder zum Laufen gebracht hat. Mit genau diesem Schmied habe ich jetzt auch das "Experiment Barhuf" gewagt. Mein Pferd hat vor drei Wochen die Eisen abbekommen, und hat jetzt wieder Hufschuhe. Diese werden immer draufgemacht, auch wenn ich "nur" kurz auf den Platz gehe, weil mein Pferd momentan einfach fast keinen Huf hat. Aber mein Schmied und ich sind zuversichtlich, daß mein Pferd sich dahingehend erholt, daß die Hufe nachwachsen, und dann auch wieder den Namen "Huf" verdienen.

    Momentan (nachdem wir ja den Huf nur einmal rundgemacht haben, nix abgenommen und so) ist das alles noch nicht so optimal, weil der Druck vorne auf der Zehe momentan zu hoch ist, weil hinten noch zu wenig Wand da ist (wg. 8 Jahren durchgehend Eisen tragen), und die Zehe nehm ihc nicht selber weg, sondern warte was mein Schmied in drei Wochen sagt. Ausgleichend raspeln tu ich natürlich, damit die Hufe nicht zu "zerfetzt" aussehen, wenn denn doch noch mal was ausbricht.

    Momentan habe ich aber durch diese ungünstigen Druckverhältnisse vorne beiderseits quer im Horn verlaufende Spalten.... hoffe, daß mein Schmied da in drei Wochen ein wenig was dran ändern kann.

    Ansonsten habe ich das Gefühl, daß es meinem Pferd schon gut tut, daß die Eisen ab sind. Ist für seine Hufrolle denke ich besser, ebenso für seine Hufgelenksarthrose vorne beiderseits.
     
  10. aimeeliese
    Offline

    aimeeliese ...außer Konkurrenz Moderator

    Die Hufe ..... manchmal ein undankbares Thema ....

    Bislang hatte ich (toitoitoi) fast immer ganz gute Schmiede. Als mein erster Schmied verstorben war, habe ich einmal einen anderen (sehr teuren) getestet - leider hat er das Pony so geraspelt, dass es nur noch auf dem Strahl stand :shock:
    Das hatte sich dann natürlich erledigt.
    Zum Glück habe ich dann wieder einen fähigen gefunden. Das ging auch einige Jahre gut, bis er meinte nicht mehr zu den vereinbarte Terminen zu erscheinen sondern dann, wann er lustig war - also wieder neue Suche .... Über einen Rentner (Teilzeitschmied) bin ich dann bei meinem jetzgen Schmied gelandet und suuuuuper zufrieden.

    Meine Pferde laufen barhuf. Aufgrund einer längeren Lahmheit musste Carino im vorletzten Jahr mal Eisen tragen - Verdacht auf Hufrollenprobleme - der Huf sollte lt. TÄ'in steiler gestellt werden. Ich frage mich natürlich, wie man ein Pony, was schon sehr steile Vorderhufe hat noch steiler stellen will. Statt Stöckelschuhen bekam er dann geschlossene Eisen, was auch recht schnell funktioniert hat (O-Ton TÄ - das geht nicht und kann gar nicht sein).

    Picco hat mal Eisen bekommen, weil die RB einige Tagesritte machen wollte. Leider war mein Schmied in Urlaub. Zum Abreissen war er wieder da und er wie ich fragten uns, wie man ein Eisen so schief aufnageln kann *kopf schüttel*

    Ansonsten mussman bei unseren Wegen eben Kompromisse eingehen und mit der "Prinzessin auf der Erbse (Aimme ist immer fühlig)" eben das ausreiten etwas einschränken.

    Leichtere "Fransen" raspele ich ggf. ab und an nach, ansonsten kommen wir mit einem 8-Wochen Intervall immer gut hin.
     
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