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ab wann ein tier erlösen?

Dieses Thema im Forum "Tierschutz und Tierhilfe" wurde erstellt von Lee1828, 1. Juni 2014.

  1. GilianCo
    Offline

    GilianCo ...außer Konkurrenz

    Den Punkt "situationsabhängig" würde ich noch dreimal betonen.

    Eine OP ist immer ein Eingriff, der eine Belastung darstellt. Ich habe schon Pferde gesehen, die nach einer solchen Amputation des Penis noch wirklich lange gelebt haben. Nur Du wirst das genauer einschätzen können, aber ich schließe mich auch an, das Du Dich da weitergehend schlau machen solltest. Im Grunde ist eine Penisamputation durchaus das Leben retten, und das Leben danach durchaus noch lebenswert sein. Von daher hängt das in Deinem Fall von noch mehr Faktoren ab.

    Ich habe diese Entscheidung für mein letztes Pferd getroffen, und in dem Fall war es gut, das ich sie von ihren Schmerzen befreien konnte.
     
  2. Chatty
    Offline

    Chatty ...außer Konkurrenz Moderator

    Ich finde entscheidend ist immer:
    - ist die Einschränkung vorübergehend und gibt es eine realistische Chance auf Heilung?
    - falls ja, wie lang ist die Zeit in der das Pferd auf Grund von OP oder sonstiger Behandlung in seinen Grundbedürfnissen eingeschränkt ist? (ich finde es zum Bsp. bei einem Beinbruch sehr fragwürdig, das Pferd über mehrere Monate bis zu über einem Jahr komplett ruhig zu stellen, auch wenn die Heilungschancen gut sind...)
    - falls es nicht nur vorübergehend ist: wie geht das Pferd damit um (Stichwort Lebensfreude und - qualität)

    Eine pauschale Aussage kann wohl niemand fällen. Ich persönlich würde aber auf jeden Fall über das Einschläfern nachdenken, wenn eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität ohne Chance auf Besserung in absehbarer Zeit vorliegt.
     
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  3. inuksuk
    Offline

    inuksuk Turnierreiter

    Hallo,
    eigentlich sehe ich das genau wie Du....hätte man mich vor einem Jahr gefragt sowieso. Aber nun steht hier so ein Pony. Doppelter Beinbruch mit Gelenkbeteiligung (und das ist noch nicht mal mehr alles was das Tier mitgebracht hat). Jeder normale Mensch hätte dieses Pony einschläfern lassen. Ich auch. Aber es gibt ja auch nicht-normale Menschen, die ihre Pferde irgendwo vergammeln lassen und gar nicht merken, dass sie totkrank oder schwer verletzt sind.
    Ja gut und dann war das Pony auf einmal bei mir, die Verletzung am Bein war schon fast abgeschlossen (da sollte das Pony nämlich auf einmal entsorgt werden). Das Röntgenbild eine einzige Katastrophe...aber das Pony läuft. Also kann man ihr vielleicht eine Chance geben? Sie läuft bockend und springend herum, sie ist die verkörperte Lebensfreude. Ich denke wirklich ganz oft, wie schön das ist, dass dieses Pony das alles überlebt hat. Sie hat mit Sicherheit ganz schwere Zeiten hinter sich und es ist fragwürdig, ob man einem Tier sowas antun muss...aber die Wahl hatte da eben kein vernünftiger Mensch. Ich weiß nach wie vor nicht, ob es für mich vertretbar gewesen wäre, ich glaube nicht...wäre es mit einer frischen Verletzung mein Pony gewesen, sie wäre vermutlich nicht mehr am Leben. Aber aus irgendwelchen Gründen wollte das Schicksal wohl, dass sie das alles überlebt - ich kann mich nur wiederholen: ich hätte das Pferd erlöst wäre es früher meins gewesen - und heute ist sie in wirklich fröhliches Tier, agiler und lebenslustiger als viele (vermeindlich) gesunde Pferde.
    Ich will damit nur sagen, dass das Schicksal manchmal merkwürdige Wege geht. Dass manchmal doch noch etwas Schönes dabei rauskommt. Auch wenn niemand mehr daran glaubt. Dass Hoffnung zur richtigen Zeit auch etwas Wichtiges und Produktives sein kann. "Wenn sie einmal tot sind, macht man sie nicht mehr lebendig", pflegte mein ehemaliger Tierarzt zu sagen. Stimmt. Tot gemacht sind sie schnell.
    Was selbstverständlich nicht entschuldigt, wenn jemand sein Tier leiden lässt nur weil er sich nicht trennen kann - da muss man das Pferd vor seine eigenen Bedürfnisse stellen. Klar.

    Ich finde es nach wie vor schwer so eine Entscheidung zu treffen. Aber die Verantwortung hat man nunmal. Das ist man seinem Freund Pferd schuldig. Ich spreche mit meinen engsten Freunden und meinen Tierärzten, vorallen den Tierärzten. Im Zweifelsfall hole ich mir eine zweite Meinung ein. Ich versuche es rational und objektiv zu bewerten, z.B. was die Lebensqualität angeht. Und dann gehe ich in mich, ganz allein, ich würde z.B. sowas nie in einem öffentlichen Forum ausdiskutieren wollen, ginge es um eins meiner Pferde. Und dann treffe ich meine Entscheidung. Und dann ist das traurig, aber es ist ok.
     
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  4. zauselsilke
    Offline

    zauselsilke Ponyzähmer

    Hallo,
    grds. würde ich Dir zustimmen Inuksuk.
    Aber ich habe begonnen umzudenken, als ich auf einem Reitkurs mal mit einer Reiterin sprach, deren ü 30jähriges Pony sich mal das Bein gebrochen hatte.
    Ihre erste Reaktion war auch: scheiße. Erlösen.
    Aber sie sagte, sie hat dann ihrem Pony ins Gesicht geschaut und hat gesehen, daß es leben wollte. Also haben sie behandelt und das Pony war ein mustegültiger Patient. Nachdem alles verheilt war lief das Pony wieder und ging sogar noch einige Jahre mit kleinen Kindern spazieren.
    Sie sagte, sie habe ganz deutlich gemerkt, daß das Pony noch nicht bereit war zu gehen. Nur deshalb hat sie es tats. behandeln lassen.

    So kann es auch gehen, wenn man sein Pferd kennt.
     
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  5. Comtess
    Offline

    Comtess ...außer Konkurrenz

    Ich habe ja nun auch schon zwei Pferde erlösen müssen und ich muss sagen, ich wusste in dem Moment einfach wie ich handeln muss. Bei Dami damals war es die Kolik :( Natürlich bekam er erst seine Medikamente (Schmerzmittel, etwas Krampflösendes etc) und er bekam auch Infusion zur Stabilisation, aber nachdem er trotz allem zwei mal zusammenbrach und auf dem Boden lag, sein Kopf auf meinem Schoß und tief schnaubte... Mir kam es vor, als würde er sagen wollen 'Bitte bitte mach, dass das aufhört' - das mag albern klingen, aber ich habe gesehen, wie dieses Pferd gelitten hat in diesen knappen zwei Stunden und die zweistündige Fahrt im Hänger in die Klinik wäre einfach nur der blanke Horror für dieses Pferd gewesen (davon mal abgesehen, wollte seine Besi keine OP und so hätten wir ihn rechtlich gesehen nicht transportieren dürfen). Auch bei Zottel war es so :(

    Ich denke, wenn man in der Situation ist, entscheidet man richtig. Ich finde es aber ebenso sehr wichtig neutrale Personen die Sache betrachten zu lassen. Menschen, die mich und meine Pferde kennen und die im Notfall sagen 'ok, jetzt ist aber Ende'. Denn ich sehe ja leider oft genug an der Arbeit wie spät manche Menschen erst zum TA kommen und das Tier musste dabei schreckliche Qualen durchstehen, bis der Mensch endlich mal sein Ego überschreitet und einsieht, dass es nun an der Zeit ist. Vor solche einer Situation habe ich auch Angst, deswegen würde ich in der Situation sehr viel Wert auf die Meinung meines Vaters legen und sowieso die meiner Chefin, die auch diejenige sein wird, die meine Pferde erlösen wird... :(
     
  6. Spanish Horse
    Offline

    Spanish Horse ...außer Konkurrenz

    Hm, schwierige Situation. Ich kann nur aus einer Erfahrung mit Smoky vor vielen Jahren sprechen. Ich hab ihn damals schon krank gekauft, wusste es aber. Es ging ihm 6 Jahre sehr gut. Dann kam der Umzug, unsere Weide war genau an einem Weg wo viele Urlauber spzieren gehen. Durch die ständige fütterei bekam er hochgradige Rehe. Die natürlich mit einem kaputten Stoffwechsel noch begünstigt wurde. Ich hab knapp ein Jahr lang um ihn gekämpft, bis er Hufrehe auf allen vier Hufen bekam. Und da war es für mich vorbei. Ich wollte das nicht mehr. Ich wollte kein Pferd mehr haben, was immer wieder Schmerzen hatte. Er war auch ein Kämpfer. Aber als der Pferdemetzger vor dem Hof stand, er ganz alleine auf den Hänger ging, wusste ich, es war OK. Und ich würde es nie mehr so lange mitmachen, auch wenns vielleicht mal kurzzeitig gut ausgesehen hat, was dann weder eine Hilfe fürs Pferd noch für einen selber ist. Eine Amputation ist kein Spaziergang und mit Sicherheit eine große OP ist, wie du schon erwähnt hast, es auch Phantomschmerzen gibt und wäre ich in deiner Lage, ich persönlich würde ihn erlösen, egal was andere sagen, denken, meinen. Es ist alleine deine Entscheidung. Das geht keinen etwas an. Und die Entscheidung ein Tier gehen zu lassen, egal welches, ist schwer genug. Und damit hat man genug zu kämpfen. Wünsch dir alles gute.
     
  7. Angelika
    Offline

    Angelika Pferdeflüsterer

    Ich war und bin schon immer der Meinung das es gut ist das man Tiere per Gesetzt von unheilbaren Leiden und schmerzen erlösen kann und soll.
    Nicht die Jahre im Leben eines Tieres zählen sondern die Lebensqualität die das Tier noch hat,sollte für ihre Besitzer immer an erster Stelle die Entscheidung, was zu tun ist, herbeiführen.
    Tiere sind in unserer Verantwortung,sie sind auf uns angewiesen was mit ihnen passiert, auch bei der Frage wann es der Richtige Zeitpunkt ist sie ins Regenbogenland gehen zu lassen,das müssen wir respektieren und unsere Gefühle für sie dabei in den Hintergrund stellen.
    Mit Hilfe des TA dem man vertraut , auch mit Hilfe von Gleichgesinnten kann man in solch schwierigen und emotional hoch dosierten Fragen bestimmt die richtige Entscheidung finden.
    Ich halte absolut nichts von den Menschen, welche aus übertriebener Tierliebe und Egoismus an sich selbst , Tiere zu lange leiden lassen, nur weil sie selbst nicht loslassen wollen/können.
     
  8. Sparx
    Offline

    Sparx Pferdeflüsterer

    Ich finde es schon sehr schwierig zu entscheiden wann der richtige Moment gekommen ist. Der Kater meiner Eltern ist ü 20. Sie stehen momentan auch vor dieser Entscheidung. Die Freundin meines Bruders sagt einschläfern - er hat Schmerzen. Ich aber sage, er ist einfach alt.
    Ihm geht es soweit gut. Er frisst mit Appetit, läuft gemächlich seine Runden durchs Haus und geht, wenn überhaupt nur noch in den Garten und sonnt sich etwas. Sein Katzenklo benutzt er regelmäßig und er schläft viel. Er bekommt Schmerzmittel gegen seine Rücken- und Gelenkschmerzen. Wie gesagt, er ist halt alt. Wann ist der richte Zeitpunkt? Meine Eltern tun sich natürlich auch sehr schwer, weil er ja so ansich nichts hat - außer das Alter. Ist doch klar das er mit über 20 nicht mehr rumspringt wie mit 5 oder 10 Jahren.
     
  9. Angelika
    Offline

    Angelika Pferdeflüsterer

    Sparx so wie du euren Kater beschreibst ist er tierärztlich voll versorgt.Solange die Schmerzmittel wirken,er noch den Drang hat nach draußen zu gehen,er frisst und sein Klogeschäft klappt würde ich ihn auch nicht erlösen lassen.Alter ist keine Krankheit , es läuft halt alles etwas langsamer und schwerer.
    Ich denke der Katzenopi wird euch ein Zeichen geben wann es soweit ist.Und mit dem TA kann man auch immer reden und sich beraten lassen.Die dürfen sowieso keine Tiere, nur weil sie alt sind , einfach einschläfern.
    Ich wünsche ihm und euch noch eine schöne gemeinsame Zeit.
     
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